Kirchengeschichte und christliche Kunst


 

 

 

Evangeliar aus Echternach, um 1040

Die Gespräche im Saal des Kirchgemeindehauses Jona wurden im Jahr 2013 fortgesetzt. Dazu sind folgende Themen und Zeiten erarbeitet worden:

Die Kirche im Hochmittelalter: ihre Blüte und ihr schleichender Niedergang (1050 – 1500)

Nach dem karolingischen Kulturschub und seiner allmählichen Erlahmung  brachte die Erneuerung des Kaisertums durch die Ottonen und Salier neue Akzente in die europäische Geschichte:

  • Die monastischen Reformen von Cluny (Burgund) und jene von Papst Gregor VII. († 25. Mai 1085) zeigten tiefgreifende Wirkungen.
  • Der Investiturstreit mit dem „Gang nach Canossa“ zeigten zwiespältige Folgen.
  • Das grosse abendländische Schisma von 1054 und die gegenseitige Exkommunikation von Rom und Konstantinopel belasten noch heute die Beziehungen beider Kirchen.
  • Die verheerenden Folgen der Kreuzzüge sind bei Orthodoxen und Muslimen auch im 21. Jahrhundert nicht vergessen.
  • Einer reichen Kirche stehen die Armutsbewegungen gegenüber.
  • Die Inquisition als Prüfstein der „Rechtgläubigkeit“ und ihre Methoden.
  • Die grossen Bettelorden nehmen Anteil einer erneuerten Kirche (Franz und Klara von Assisi, Dominikus etc.)
  • Universitäten entstehen in Europa. und schliesslich
  • Gipfel aller päpstlichen Machtansprüche unter Bonifaz VIII. (1294-1303).
  • Mit dem Papstexil von Avignon setzte der Auflösungsprozess der abendländischen Einheit ein.
  • Mystikerinnen und Mystiker sind der amtlichen Kirche oft verdächtig
  • Das Konstanzer Konzil und die aufkommenden Päpste der Renaissance gelten als Vorboten einer Kirche, die das Vermächtnis ihres Gründers aus Nazareth nicht mehr vorrangig im Auge hatten. Kritiker wie der Dominikanermönch Hieronymus Savonarola (1452-1498) scheitern an übertriebenen Forderungen. Mit dem Augustinermönch Martin Luther wird sich das kirchliche und politische Bild Europas endgültig verändern. Es ist der Vorabend der Reformation.


Die Zusammenkünfte haben im kleinen Saal des Kirchgemeindehauses in Jona stattgefunden.

  • Montag, 14. Januar 2013: Die Kirche im Hochmittelalter
    (1050 – 1500)
  • Montag, 28. Januar 2013: Die Neuzeit mit Reformation und Katholischer Reform (1500 – 1800)
  • Montag, 4. Februar 2013: Von der Französischen Revolution (1789) bis zur Gegenwart
  • Montag, 18. Februar 2013: Zweites Vatikanisches Konzil
    (1962 – 1965)


Fazit aus den Zusammenkünften über Kirchengeschichte und christliche Kunst:

Im Hintergrund aller Ausführungen über die lange Geschichte unserer Kirche stand immer wieder die Frage: Wie verwirklichte sie den Auftrag ihres Gründers im Laufe der Jahrhunderte?

Als Blickfang diente das Bild aus dem Echternacher Evangeliar (ca. 1040): Christus als Heiler der Menschen. Mit der rechten Hand berührt er den kranken Menschen. In der linken hält er die Gesetzesrolle. Die Apostelschar schliesst sich ihrem Meister an:  Petrus an der Spitze und mit ihm Johannes auf gleicher Höhe.

Die Interpretation: Petrus wird das Amt des Lösens und Bindens anvertraut. Johannes steht für die Ausstrahlung (Charisma). Beide sollen zusammenwirken und so das Fortdauern der Botschaft Jesu in der Welt garantieren.

Das Ergebnis der letztjährigen Gesprächen über Mystik können Sie hier bestaunen.