Erinnern

Elternhaus um 1930
Die Geschwister im Getreidefeld
Oben: Soldatennachrichten landeten auf der unserer Hauswiese. Unten: Rationierungskarten Juli 1948
Ausbildungsstätte in Venegono und Couleurkarte der Studentenverbindung Helvetia Mediolanensis
Gossau 1965: v.l.n.r. Jean-Marc Bonvin, Beat Pfau, Primiziant, Prof. Ekkehart Sauser
Papst Johannes Paul II. und die Ministranten
Vor den Kulissen von Guilin
Links: Mein Schutzengel im tansanischen Busch
Rechts: Chinesische Madonna mit Kind
Freiwillige Helfer/-Innen für die Pfarrei Buraca
Bodenmosaik aus der Römerzeit bei Beja im Alentejo
Im Pfarrgarten zu Bollingen am Oberen Zürichsee

Erzählend wird auf viele Ereignisse des Lebens zurückgeschaut und lässt Wunder und Wunden nochmals heraufziehen. Zeitdokumente illustrieren das Geschehen und bedürfen – wie archivalische Quellentexte - der Interpretation. Hintergrundberichte weisen auf Ereignisse im Umfeld des Erzählten hin und können nur begrenzte Ausschnitte der vielfältigen historischen Realität darstellen.

Was wird erzählt?

Der Autor schildert in neun Kapiteln Erinnerungen von der frühesten Jugend im Fürstenland bis zum aktiven Ruhestand am Oberen Zürichsee. Die Gliederung der Themen ist chronologisch angeordnet, in ihnen finden sich aber auch Ereignisse anderer Epochen. Die Wahl der Themen ist subjektiv und nicht ausgewogen.

Kapitel 1 – Kinderwelt

Die Kinderwelt der frühen Dreissigerjahre war überschaubar und spannend.  Das geräumige Elternhaus bot Raum für Leben und Entdeckungen, die Umgebung wurde zur Heimat. Familie, Nachbarn, Alltag und Natur hinterliessen prägende Eindrücke.

Kapitel 2 – Schule, Kirche und Weltkrieg

Die Öffnung zur grösseren Welt geschah im Nachbardorf Andwil, wo Schule und Kirche den Horizont erweiterten, aber auch schon Ideologien und Dogmen einzusickern begannen. Die wurden spät als solche erkannt. Der Krieg im Deutschen Reich wurde hautnah erlebt. Die Kriegsvorsorge änderte das landwirtschaftliche Leben. Unbekümmert um Krieg und Weltgeschehen wurde eine Jugendzeit mit viel Spannung und ohne grössere Sorgen genossen.

Kapitel 3 – Wege der Berufsfindung

Sekundarschule, Kaufmännische Lehre in Gossau und Berufsschule in St. Gallen markieren sich als weitere Stationen auf dem Weg zum Erwachsenen. Neben Wissensaneignung im Beruf wird auch Kunstschaffen, Theaterspiel, Himmelskunde und Reisen entdeckt.

Kapitel 4 – Berufswechsel

Das Militär übte einen grossen Einfluss auf das neue Berufsziel aus. Nochmals wird die Schulbank gedrückt, das Studentenleben genossen und die Professoren nach subjektiven Kriterien beurteilt. Kollegen bringen neue Aspekte in das barocke Kirchenbild zur Sprache. Mit Otto Karrer und Gertrud von Le Fort werden Persönlichkeiten kontaktiert, in deren Schatten versucht wird, über das bürgerliche Niveau hinauszukommen. Der Ungarnaufstand von 1956 hinterliess tiefe Spuren Erstmals wird der kommunistische Osten in Jugoslawien besucht.

Kapitel 5 – Das Theologiestudium

Mailand
Die Freiplätze im sonnigen Süden zogen trotz Ammenmärchen und Horroszenarien immer wieder Helveter an. In der Abgeschiedenheit eines klosterähnlichen Lebens wurde Gottes Wissenschaft und Italianità vermittelt. Die Strenge dieser Erziehung wurde jedoch gemildert durch die südländische Devise: Lass dich nicht erwischen! Im Übrigen vermittelten die jungen Kleriker ein ganz anderes Bild von Italien als jenes, das in der Nachkriegszeit von den Gastarbeitern in der Schweiz vermittelt wurde.

Innsbruck
Das Tirol setzt durch ihre geografische Lage und ihre Bewohner andere Akzente. Das Studium ist hier akademischer mit all seinen Freiheiten und Verantwortungen. Die Bergwelt verlockt zu Wanderungen, das Miteinander verschiedener Nationen erweitert den Horizont. Ein Höhepunkt sind die Olympischen Winterspiele 1964.

Kapitel 6 – Erfahrungen als Priester

Die ersten zwanzig Jahre
Die letzte Station zum angestrebten Berufsziel ist nun St. Georgen, hoch über der Steinach.  Praktische Kenntnisse der eigenen Diözese sollen dort vermittelt werden. Nebenher werden die verschiedenen Weihen erteilt, sodass alles seine kanonische Berechtigung bekommt. Schlag auf Schlag folgen die Lehrjahre als Kaplan in Wil, die Erfahrungen in der Diaspora als Vikar in Herisau und Pfarrer in Heiden, was auch die Orte Rehetobel, Grub und Wolfhalden umfasste. In Heiden wird  Kultur „Gross“ geschrieben, sicher nicht zuletzt wegen der wunderbarer Aussicht auf Bodensee, Vorarlberg und Bayern. Nebenbei werden Pfarrer Künzle, Theodosius Florentini, Nikolaus Cusanus und Matthäus Schiner  gegenwärtig. Ferdinand Gehr wird als kirchlicher Maler geschätzt. Als Antithese zum Militär wird der Feldprediger auf den Plan gerufen.

Kapitel 7 – Reisen als Aktivferien

Weder ein Ferienhaus im Bündnerland, noch eine Wohnung im Tessin: die nähere und entferntere Welt wird erkundet: Radio Eriwan wird aktuell, Stalingrad rührt zu Tränen, auf der Chinesischen Mauer trifft man den Bundespräsidenten und in Havanna wird geduldig auf die Freilassung aus Untersuchungshaft gewartet. Israel und die arabischen Staaten sind zu verschieden, dass sie zum Frieden kämen. In Afrika wartet nicht hinter jedem Busch ein Löwe, aber lebenslustige Menschen. In den Vereinigten Staaten lebt man im Heute und kümmert sich wenig um das Morgen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und wer das nötige Kleingeld hat, setzt sie in die Tat um. Auf der griechischen Insel Kreta wurde Europa geboren und die türkische Vergangenheit ist heute noch präsent.

Kapitel 8 – Lissabon und die Iberische Halbinsel

Nach Lissabon geht man nicht einfach so, der Weg dorthin führte über Davon und Bonn auf die Halbinsel. Leben und Alltag in den Deutschsprachigen Gemeinden zu bewältigen entpuppte sich als mühsames Unterfangen. Was hat Franz Josef Strauss mit Lissabon zu tun? Prälat Viktor Wurzer gilt als Pionier im Aufbau der Gemeinden und die Spuren der Legion Condor führen ins Pfarrhaus. Erwin Helmle macht die Pallottiner bekannt. Das Phänomen Fatima ist voller Wunder und Geheimnisse. Die Arbeit der Schwestern vom Guten Hirten und der Marianhiller sind erstaunenswert und im Sinne des christlichen Glaubens wegweisend. Wie kann den Rückwanderer aus den ehemaligen Kolonialgebieten geholfen werden? Die Pfarrei Buraca zeigt es. Jedes Land entsendet seine diplomatischen Vertreter. Die Schreckensnachricht: Der Chiado steht in Flammen.

Kapitel 9 – Zurück zu den Wurzeln

Flums und Benken dienten als Übergangszeit und Warteschlaufe nach dem neuen Wohn- und Arbeitsort Niederbüren. Die barocke Kirche wird hinterfragt und der Blick in die Vergangenheit wird immer konkreter. Auch Osteuropa kommt erneut ins Blickfeld und wird  Herausforderung für Hilfsprojekte der Pfarreien. Gesundheitliche Störungen leiten den Abschied  vom Pfarramt ein. Erholung und Neubeginn am Oberen Zürichsee. Carl Gustav Jung, der Schamane von Bollingen, wird gegenwärtig. Die Theologische Hochschule Chur setzt konstruktive Akzente. Die Kirchengeschichte wird zum Ausgangspunkt wissenschaftlicher Weiterbildung und Freude an deren Vermittlung.